30 Tage verbleiben

Nach Köhlers Rücktritt am gestrigen Tag ist auf Grund dessen, das nach 30 Tagen das Amt wieder besetzt werden muss, sofort eine hitzige Diskussion um mögliche Nachfolger entfacht. Und genauso wie es bei den allgemeinen politischen Wahlen ist dreht sich hier alles um das kleinere Übel. Vereinzelt gaben einige Medien preis, dass wohl auch Wolfgang Schäuble zur Auswahl stünde. Aber wollen wir wirklich einen Menschen als Bundespräsidenten, der Bundeswehreinsätze im Inneren Deutschlands legitimieren würde? Ein Bundespräsident sollte die Grundgesetze wahren und sie nicht nach antiquierten und oftmals freiheitsbedrohenden Ansichten ändern wollen. Ebenso verhält es sich mit seiner Stellung zum Thema Sicherheitspolitik. Ein jeder kennt mittlerweile den geflügelten Begriff  “Stasi 2.o”.

Wolfgang Schäuble – zwischen Stasiimage und Spendenaffäre

Ursula von der Leyen, gemeinhin verhöhnt als “Zensursula”, hat eine imponierende Karriere schon zurückgelegt. Trotz 7 Kinder, wobei eigentlich schon ein Kind in dieser Gesellschaft als nicht gerade karrierefördernd angesehen wird, hat sie es in das Kabinett von Frau Merkel geschafft. Obwohl sie sich zwar in ihrer Laufbahn immer wieder für die Erleichterung von Familien einsetzte, zum Beispiel ein Ausbau der Krippenplätze und Erhöhung des Kindergeldes, sind etliche Versuche gescheitert. So war die Umstrukturierung des Erziehungsgeldes zum Elterngeld in keinster Weise eine Erleichterung von Familien, sondern brachte sie eher noch früher in eine Notlage. Auch ihre geplante Vorgehensweise gegen Kinderpornographie wurde sowohl von IT-Spezialisten, als auch von Opfern kritisiert, da die Idee im Gesamtkonzept die Verbreitung von Kinderpornographie nur noch erleichtern würde. Nun ist sie Ministerin für Arbeit und Soziales und vertritt ihre Position eher schwammig und inhaltlos.

Ursula von der Leyen – politisch oftmals inhaltlos

Mehrere Forderungen machten sich auch breit, dass die ehemalige Bischöfin Margot Käßmann angefragt werden sollte für das Amt des Bundespräsidenten. Was und vor allem wieviel Wahrheit dahinter steckt sei mal dahin gestellt. Nichts gegen Frau Käßmann, ich persönlich habe ihren Rücktritt bedauert, aber ob sie einem Amt wie dem einer Bundespräsidentin gewachsen ist mag ich zu bezweifeln.

Margot Käßmann – wäre neu auf der politisch-aktiven Bühne, würde jedoch einen humanen Wind mitbringen

Auf der einen Seite könnte man meinen, dass es völlig irrelevant wäre, wer das Amt nun schlussendlich besetzen wird. Auf der anderen Seite möchte ich allerdings nicht noch eine neue völlig inkompetente Person in einem hohen politischen Amt sehen. Und auf Grund dessen sage ich: wenn schon einer von den Dreien, dann Frau Käßmann. Denn eine humane Einstellung und eine gewisse Unbekümmertheit in punkto Politik würde dem Gesamtkarma der Regierung alles andere als Schaden. Aber bitte nicht Schäuble oder von der Leyen, Mit Merkel und Westerwave haben wir doch schon eine große Last zu tragen.

Und zu gestern: die Empörung über antisemitische Aussagen im Internet ist längst wieder untergegangen unter WM-Freude und Grand Prix-Austragungsortdebatten. Aber was haben wir erwartet? Das ein Großteil der Bevölkerung mehr Verstand und Langzeitdenkstrukturen besitzt als unsere gewählten Politiker? Nein. Sicherlich nicht. Mal schauen, was morgen auf dem Parkett Deutschlands passiert.

(Fotos: Wikipedia)

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