Unnütze Gedanken

Moment, ich wollte heute abend eigentlich nicht da sein. Wollte draußen herumflattern wie ein freier Vogel, die Nacht genießen und das Leben auf mich niederrieseln lassen. Ich wollte erleben, leben, beleben, verleben, einfach leben. Ich wollte so vieles und zur Zeit kommt es mir so vor, als ob ich von all den zehntausend Dingen, die ich mir in meinen sinnlosen blasenartigen Tagträumen zurecht lege, nie etwas, aber auch nie nie niemals erreichen werde. Das Gefühl von Glückseligkeit, Zufriedenheit, für einen Zeitraum der länger dauert als 2 Minuten. Geschmack im Mund nach Wonne und Sonne und Duft in der Nase von sommerdurchströhmten Straßen, das Klimpern von fröhlichen Straßencafékaffeetassen im Ohr und den unbeschreiblichen Groove in den Beinen einer Tänzerin nach ihrem erfolgreichsten Auftritt in einem kleinen Theater.

Und was habe ich? Geschmack von Eiter im Mund, Eiter von zahlreichen schmerzhaften Erfahrungen die immer wieder aufplatzen, entzünden, schmerzen, bluten, eitern, nie verheilen. In der Nase nur Straßenteer und die kalte Luft eines jenen Winters, der sich so in mein Herz und meine Seele eingebohrt hat das er sich dort einnisten konnte und nie wieder diesen Platz verlassen wird. Und immer dann, wenn ich kurz vor einem Stück Glückseligkeit stehe, platz alles auf. Mit gewaltiger Wucht. Und in dem kleinen kalten winterlichen Zimmer wird die Kerze wieder entzündet. Alles geht in Flammen auf. Es ist wie Ersticken. Am Rauch einer einzelnen Kerze. In den Ohren habe ich dagegen nur das hohle und leere Nichts eines jenen Winters. Der Winter, der so ruhig war, der nicht sprach, der keinen einzigen jämmerlichen Ton von sich gab, der sich und mich in Schweigen hüllte. In den Beinen habe ich nur Schmerzen. Vom Weglaufen. Vom Hinlaufen. Vom Aufderstellelaufen. Vom Rückwärtslaufen. Vom Stehen. Stehenbleiben. Hingestellt werden. In der Ecke stehen. Vor der Tür stehen. Vor sich selbst stehen. Vom mir selbst im Wege stehen.

Ich sollte sovieles in den letzten Tagen. Wochen. Monaten. Jahren. Aber glücklichsein hat nie jemand gesagt. Vielleicht hat das einfach gefehlt. Vielleicht fehlt es.

Meine Top 10 Hits um garantiert keinerlei gute Laune zu bekommen:
Supertramp – School
WIZO – Quadrat im Kreis
Tomte – Das war ich
System of a Down – Lonely Day
Antitainment – Unkonkret vs. Wahllos (meine eigentliche Nummer 1 für besch…eidene Lebenslagen)
Bright Eyes – Haligh haligh
Muff Potter – Plötzlich tatsächlich
Radiohead – Karma Police
Audioslave – Like a stone
Feist – Let it die

Es ist doch zum Kotzen.

Konzertfotografie

Bei meiner Fotografie liegt ein Hauptaugenmerk auf der Konzer- bzw. Eventfotografie. Hier eine Auswahl meiner, selbsternannten, besten Fotografien.

Tocotronic – Capitol Hannover

Tocotronic – Capitol Hannover

Eläkeläisit – Faust Hannover

Monsters of Liedermaching

Miss Platnum

30 Tage verbleiben

Nach Köhlers Rücktritt am gestrigen Tag ist auf Grund dessen, das nach 30 Tagen das Amt wieder besetzt werden muss, sofort eine hitzige Diskussion um mögliche Nachfolger entfacht. Und genauso wie es bei den allgemeinen politischen Wahlen ist dreht sich hier alles um das kleinere Übel. Vereinzelt gaben einige Medien preis, dass wohl auch Wolfgang Schäuble zur Auswahl stünde. Aber wollen wir wirklich einen Menschen als Bundespräsidenten, der Bundeswehreinsätze im Inneren Deutschlands legitimieren würde? Ein Bundespräsident sollte die Grundgesetze wahren und sie nicht nach antiquierten und oftmals freiheitsbedrohenden Ansichten ändern wollen. Ebenso verhält es sich mit seiner Stellung zum Thema Sicherheitspolitik. Ein jeder kennt mittlerweile den geflügelten Begriff  “Stasi 2.o”.

Wolfgang Schäuble – zwischen Stasiimage und Spendenaffäre

Ursula von der Leyen, gemeinhin verhöhnt als “Zensursula”, hat eine imponierende Karriere schon zurückgelegt. Trotz 7 Kinder, wobei eigentlich schon ein Kind in dieser Gesellschaft als nicht gerade karrierefördernd angesehen wird, hat sie es in das Kabinett von Frau Merkel geschafft. Obwohl sie sich zwar in ihrer Laufbahn immer wieder für die Erleichterung von Familien einsetzte, zum Beispiel ein Ausbau der Krippenplätze und Erhöhung des Kindergeldes, sind etliche Versuche gescheitert. So war die Umstrukturierung des Erziehungsgeldes zum Elterngeld in keinster Weise eine Erleichterung von Familien, sondern brachte sie eher noch früher in eine Notlage. Auch ihre geplante Vorgehensweise gegen Kinderpornographie wurde sowohl von IT-Spezialisten, als auch von Opfern kritisiert, da die Idee im Gesamtkonzept die Verbreitung von Kinderpornographie nur noch erleichtern würde. Nun ist sie Ministerin für Arbeit und Soziales und vertritt ihre Position eher schwammig und inhaltlos.

Ursula von der Leyen – politisch oftmals inhaltlos

Mehrere Forderungen machten sich auch breit, dass die ehemalige Bischöfin Margot Käßmann angefragt werden sollte für das Amt des Bundespräsidenten. Was und vor allem wieviel Wahrheit dahinter steckt sei mal dahin gestellt. Nichts gegen Frau Käßmann, ich persönlich habe ihren Rücktritt bedauert, aber ob sie einem Amt wie dem einer Bundespräsidentin gewachsen ist mag ich zu bezweifeln.

Margot Käßmann – wäre neu auf der politisch-aktiven Bühne, würde jedoch einen humanen Wind mitbringen

Auf der einen Seite könnte man meinen, dass es völlig irrelevant wäre, wer das Amt nun schlussendlich besetzen wird. Auf der anderen Seite möchte ich allerdings nicht noch eine neue völlig inkompetente Person in einem hohen politischen Amt sehen. Und auf Grund dessen sage ich: wenn schon einer von den Dreien, dann Frau Käßmann. Denn eine humane Einstellung und eine gewisse Unbekümmertheit in punkto Politik würde dem Gesamtkarma der Regierung alles andere als Schaden. Aber bitte nicht Schäuble oder von der Leyen, Mit Merkel und Westerwave haben wir doch schon eine große Last zu tragen.

Und zu gestern: die Empörung über antisemitische Aussagen im Internet ist längst wieder untergegangen unter WM-Freude und Grand Prix-Austragungsortdebatten. Aber was haben wir erwartet? Das ein Großteil der Bevölkerung mehr Verstand und Langzeitdenkstrukturen besitzt als unsere gewählten Politiker? Nein. Sicherlich nicht. Mal schauen, was morgen auf dem Parkett Deutschlands passiert.

(Fotos: Wikipedia)

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